BERLIN 10.04.2026 – Nach jahrzehntelangem Widerstand hat der Berliner Senat in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig beschlossen, Spandau offiziell als Teil von Berlin anzuerkennen. „Spandau wird weiterhin den namensbeisatz 'bei Berlin' tragen aber in Berlin stück für stück langsam eingegliedert", sagte Bürgermeisterin Kai d. Brecher mit sichtlich aufgeregter Stimme. Ein Mythos endet. Seit Generationen wissen die Einwohner Spandaus darüber bescheid, in einer eigenständigen Stadt zu leben. „Wir fahren nach Berlin", lautet dort der lokale Ausdruck für das, was der Rest der Welt schlicht als „U-Bahn-Fahren" bezeichnet. Auf Nachfrage, wo denn Spandau aufhöre und Berlin anfange, zuckte ein 74-jähriger Anwohner lediglich mit den Schultern: „Naja da wo es richtige Gebäude gibt und mehr als 20 Menschen pro Quadratkilometer wohnen."
Der Beschluss des Senats sieht vor, dass Spandau ab sofort auf allen offiziellen Karten als Berliner Bezirk eingetragen wird. Die Reaktionen in Spandau selbst fallen gemischt aus. Während jüngere Bewohner die Entscheidung begrüßen – „Endlich kriege ich bei Tinder auch Matches aus Charlottenburg" –, zeigten sich alte Knacker tief betroffen.
„Mein Vater hat sein ganzes Leben gesagt: ‚Wir sind nicht Berlin'", berichtete ein 61-jähriger Rentner am Marktplatz. „Und jetzt das. Er dreht sich im Grab um. Aber der wohnte sowieso in Falkensee, also juckt."
Eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht nennen wollte, äußerte Bedenken praktischer Natur: „Was ist jetzt mit dem Berliner Schnauze? Die haben wir hier gar nicht. Wir sind eher so… norddeutsch freundlich." Der Beschluss hat eine grundsätzliche Diskussion ausgelöst. Mehrere Fraktionen im Abgeordnetenhaus forderten umgehend Klarheit darüber, was als nächstes kommen könnte. „Wenn Spandau Berlin ist, was ist dann mit Potsdam?", fragte die FDP in einer Pressemitteilung – und wurde von allen anderen Fraktionen gebeten, das Thema nicht weiter zu vertiefen.
Brandenburg drohte in einer ungewöhnlich scharfen Erklärung mit „diplomatischen und militärischen Konsequenzen", sollte Berlin versuchen, weitere Gebiete jenseits des Autobahnrings zu annektieren. Der Berliner Senat bestritt, solche Pläne zu verfolgen, ließ aber offen, was genau mit Hennigsdorf sei. Zur offiziellen Begrüßung Spandaus plant der Senat eine Festveranstaltung im Roten Rathaus. Auf die Frage, warum die Feier nicht in Spandau stattfinde, antwortete ein Senatssprecher: „Da fährt nach 22 Uhr kein Bus mehr. Das ist ja noch nicht so schnell zu ändern. Ausserdem will da niemand hin."
Die Spandauer Zitadelle soll künftig auf dem offiziellen Berliner Stadtplan erscheinen – unter der Rubrik „Sehenswürdigkeiten", direkt nach „Teufelsberg" und noch vor „irgendwas in Marzahn".
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